Laguna Chiar Khota/Bolivien

Jeder Mensch hat etwas das ihn antreibt. Ein, zugegebenermaßen, ziemlich platter Spruch einer bekannten deutschen Bank. Und doch frage ich mich das auch manchmal. Was zur Hölle bringt mich dazu, bei -20 Grad auf fast 5000m in einem Zelt an einer Lagune zu übernachten? Wo man trotz zwei Daunenschlafsäcken, einer Daunenjacke, einem Windstopper, einer Fleecejacke, einem T-Shirt und Skiunterwäsche friert? Wo man sich eine Plastikflasche mit kochendem Wasser zum Wärmen in den Schlafsack legt und mit einer gefrorenen Flasche zwischen den Beinen aufwacht? Und wo die Kameraakkus ihren Dienst versagen, weil ihnen schlicht zu kalt ist? Und warum zur Hölle quält man sich am nächsten Tag mit ziemlichen Magen-Darm-Problemen 20km zu Fuß über mehrere Gipfel? Und lässt sich dabei von seinem Bergführer auslachen, dass der Kondor gestern Abend wohl schlecht war? Von einem Mann, der Babyspanisch mit dir sprichst und du trotzdem nichts verstehst und alles mit Si Si abnickst? Es sind Augenblicke wie die folgenden, die alles rechtfertigen. Ein Wahnsinns-Sonnenuntergang an einem der schönsten Orte der Welt. Ein Zelt, das in tausenden Sternen badet. Und am frühen Morgen endlich die wärmende Sonne, die die umliegenden Berge so schön zum Leuchten bringt.


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